Sinfonietta Waiblingen in Sindelfingens St. Paulus

Dezember 9, 2008 by JanRenz · Leave a Comment 

VON VERRISSEN

– Johann Sebastian Bachs strenge Polyphonie ist alles andere als leichte Kost. Deshalb war der „galante Stil“ seines Sohnes Johann Christian zu dessen Lebzeiten auch viel populärer. Warum, das erlebte man beim Adventskonzert in der -Kirche mit der : deren Konzert begann mit Johann Christian Bachs Sinfonia op. 3/1, leichter, gefälliger Musik. Man nennt sie „empfindsam“. Read more

CD-Rezension: Friedrich Gulda

Dezember 2, 2008 by admin · Leave a Comment 

gulda_mozart“MAN MUSS SICH EINMAL TRAUEN”

Zwei Seelen wohnten in Friedrich Guldas Brust: Er liebte , , , und er konnte sich für den begeistern. In erlebte man vor zwei Monaten eine Synthese aus beidem: Da gastierte der Wiener Pianist in der Stadthalle. Er sprach viel von seinem Vater Friedrich und spielte noch mehr von ihm (vor allem Jazziges). Man lernte einen begabten jungen Pianisten kennen. Sein Vater war mehr: ein Genie. Deshalb wäre es nicht ganz fair, die beiden zu vergleichen.

starb 2000, ist aber immer noch sehr präsent: eine Flut von Veröffentlichungen bricht in letzter Zeit über uns herein: Da gibt es unbestechlich gebotene -Sonaten, einen kuriosen Mitschnitt vom Auftritt in einem legendären Jazzclub und vier CDs mit Bachs “Wohltemperiertem Klavier”. Wie passt das zusammen ?

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Paul Gulda swingt in der Stadthalle Sindelfingen

Oktober 6, 2008 by JanRenz · Leave a Comment 

Ein Meister des Pianissimo

– Es gab Zeiten, da gastierten Weltklasse-Pianisten in der Stadthalle der Autostadt - etwa oder Ivo Pogorelich oder . Allerdings ist das schon gut 15 Jahre her. Ein war in zwar nie zu erleben, dafür aber jetzt sein Sohn Paul. Anlass der Gala war das 10 jährige Firmenjubiläum des Klavierhauses Hölzle. Read more

Giora Feidman in der Stadtkirche Böblingen

Januar 16, 2008 by JanRenz · Leave a Comment 

AUSDRUCK IST ALLES

Böblingen – Der Klarinettist ist eine Kultfigur, die mit Leichtigkeit die größten Säle füllt. Nun war der bekannte Künstler in der kleinen Böblinger Stadtkirche zu Gast und wurde am Ende von einem hingerissenen Publikum ausgiebig gefeiert. Auch war ein Feidman-Fan.
Der Ausspruch stammt von , aber er ist auch auf Feidman anwendbar: „Von Herzen – möge es wieder zu Herzen gehen.“ Der Klarinettist musiziert mit großem Gefühl. Er gibt nicht einfach Konzerte, nein, er zelebriert sie. Es ist fast ein bisschen wie Gottesdienst. Und so heißt auch eine Improvisation: „Prayer On One Note“. Andächtig lauschte das Publikum in der ausverkauften Kirche.
Am Anfang seines Konzerts wandelte Feidman mit leisestem Klarinettenton durch die Reihen der Kirche, ganz versunken. Er führte ein inspiriertes Selbstgespräch und ließ sich viel Zeit.
An der Orgel saß der Dresdner Matthias Eisenberg. Die beiden Musiker wollen Brücken bauen und einen Dialog führen: christliche und jüdische Kultur sollen sich gegenseitig bereichern. In Böblingen hörte man das ganze Spektrum: Klassik, und .
Feidmans wandlungsfähigen, leidenschaftlichen Klarinettenton muss man erlebt haben. Feidman ist kein Klangpurist, sein Ton ist nicht geschliffen, sondern sehr emotional: mal groß und gewichtig, dann schlank und elegant. Der Klang ist immer sinnlich und erdverbunden. Der Klarinettist gerät ins Tanzen oder ins Singen. Ausdruck ist alles. So fesselt er ein riesiges Publikum.
Feidman wird 1936 als Sohn jüdischer Einwanderer in Argentinien geboren. Früh kommt er mit der jüdischen Musiktradition des in Kontakt. Er ist 18 Jahre alt, als er in das Symphonie- und Opernorchester des Teatro Colon in Buenos Aires aufgenommen wird. Zwei Jahre später wird er Klarinettist des Israel Philharmonic Orchestra. In Böblingen präsentierte er auch den zweiten Satz aus Mozarts , ganz fein, ganz verinnerlicht. Das große Publikum summte übrigens mit. 90 Minuten dauerte das abwechslungsreiche Programm. Das Konzert endete mit einem Begeisterungsausbruch des Publikums und Ovationen im Stehen.
JAN RENZ