Das Jazz-Forum Aidlingen feiert mit der Big Band 15 Jahre

Oktober 20, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Aufbruch und Abenteuer

Aidlingen – Am Ende mancher Jazz-Nacht im Gewölbekeller von Schloss Deufringen werden die Protagonisten gefeiert, diesmal feierte das Jazz-Forum Aidlingen (sich) selbst, und dazu hatte es auch Grund: Der Club existiert seit 15 Jahren, die eigene Big Band seit 10 Jahren. Zusammen ergebe das 25 Jahre, scherzte Georg Schütz vom Jazz- Forum, und das sei doch ein Anlass zu feiern. An verbalen Pointen war kein Mangel, weihevolle Reden wurden nicht gehalten. Georg Schütz fasste sich kurz: „Wir haben in der Region Maßstäbe gesetzt“, sagte er und verwies stellvertretend auf die Kinderkonzerte. Hier spielt man tatsächlich eine Vorreiterrolle.
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Benefizkonzert mit der “Rhapsody in Blue”

September 28, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Nervenkitzel mit

Böblingen – Der 13-jährige und sein Freund Sid Ramin waren von George Gershwins „Rhapsody in Blue“ hingerissen: „Wir kauften die Noten der Fassung für Piano solo“, erinnerte sich der Dirigent, „und wir gingen nach Hause und spielten sie unter Tränen fast die ganze Nacht hindurch. Dieser Nervenkitzel!“ Das 1924 uraufgeführte Werk wurde zu einem Paradestück des Pianisten . Auch in St. Maria bereitete es Nervenkitzel: Die Wiedergabe der „Rhapsody“ durch das und den Pianisten geriet zum Höhepunkt des Abends.
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Klassikherbst: Vier Teufelscellisten aus Russland

September 28, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Das Rastrelli Cello Quartett in der Kongresshalle

Böblingen – Solche grenzgängerischen Programme gibt es häufig, solche Konzerte selten. Das Mäandern zwischen den unterschiedlichsten Stilen kann ermüden, das Rastrelli Cello Quartett allerdings musiziert viel zu wach, als dass man wegdämmerte. Beim Eröffnungskonzert des zweiten Böblinger Klassikherbstes elektrisierten die Vier! Noch interessanter als ihr Programm ist ihr Spiel. Sie stellen keinen Komponisten oder Stil in den Mittelpunkt ihrer Konzerte, sondern ihr Instrument: das Cello. Mehr Lesen

Wenig Oper im Odeon: Beethoven trifft Rossini

September 21, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

DIE NEUE SAISON BEGINNT INTERESSANT

Sindelfingen – Konzerte, die mit Rossini beginnen, enden selten mit Beethoven, zu unterschiedlich sind die Profile beider Komponisten, Rossini war ein Genießer, Beethoven ein strenger Geist, der Italiener schrieb Dutzende Opern, der Bonner nur eine einzige. Klaviersonaten und Sinfonien waren ihm wichtiger. Das erste Konzert der diesjährigen Reihe „Musik in Sindelfingen“ begann mit Rossini und endete mit Beethoven, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Meister waren leicht zu erkennen: Melodiker sind beide, Beethoven ist aber außerdem ein Denker, der seine Werke komplex durchstrukturiert. Die Musiker (darunter Solisten des Kammerorchesters Sindelfingen) boten im Odeon der SMTT Rossinis Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“ klanglich üppig und mit beherzten Crescendowellen. Die Bearbeitung von Andreas Tarkmann forderte die Solisten. Links auf der Bühne saßen die drei Streicher, rechts Klarinette, Fagott und Horn, zwischen beiden Gruppen der Kontrabass. Das Vergnügen der Musiker an Rossinis pfiffiger Ouvertüre teilte sich dem großen Publikum mit. Beethoven schätzte die ganze Oper sehr. Ihrem Schöpfer rief er zu: „Vor allem machen Sie noch viele Barbiere!“
Mozarts „Oboenquartett“ erklang in der Version für Fagott und Streichtrio. , der Chefdirigent des Sindelfinger Kammerorchesters, war am Fagott ein kontrastreicher Gestalter. Nach Rossinis Farbensprühen klang das Mozart-Quartett homogen, der Mittelsatz mit einem Schimmer Geheimnis, das Finale mit verhaltener Euphorie. Deutlich überschwänglicher geriet die Wiedergabe von Beethovens . Zum ersten Mal aufgeführt wurde es in einem wegweisenden Konzert Anfang April 1800 im Wiener Hofburgtheater, zusammen mit der eigenwilligen ersten Sinfonie. Damit setzte Beethoven ein Zeichen: Sein Septett mag in der Serenadentradition stehen, ist aber kein Leichtgewicht, sondern ein Wurf von sinfonischen Dimensionen. Das war im Odeon nicht zu überhören. Dazu kam, ab dem ersten Akkord, einiger Wohlklang. In diesem Werk für sieben Instrumente darf keine einzige Stimme fehlen, kein Detail ist bloßes Ornament, Beethoven sagt kein Wort zu viel. Und auch die Interpreten verloren sich nicht in Redseligkeit. Sie ergänzten einander feinsinnig. Die allererste Kantilene des Konzerts formte der Klarinettist Manfred Lindner, man konnte ins Schwärmen geraten. Er musizierte auch sonst auf beredte Weise. Die rasante Kadenz des Beethoven-Finales bewältigte der Geiger Matthias Wächter mit klarem, festem Ton.
An diesem Abend waren nicht alle Phrasen gelungen, im Menuett und im Variationensatz von opus 20 konnten führende Stimmen ins leichte Schwimmen geraten, insgesamt aber wurde lustvoll konzertiert, außerdem wurden immer wieder harmonische Finessen beleuchtet, auch im aufgeräumten Finale. Manchmal fühlte man sich in eine Brahms-Sinfonie oder eine Wagner-Szene versetzt! Für diesen Beethoven ist jedes Rossini-Werk eine Ouvertüre: Denn Beethoven findet, ganz wie Rossini, reizvolle Themen, aber er macht noch mehr aus ihnen.
JAN RENZ

“percussion- posaune” in der Martinskirche: von Bach bis Jazz

September 21, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

VON BACH BIS JAZZ

Sindelfingen – Leipzig ist nicht nur die Stadt Leibniz´ und Bachs, sondern auch der Blechbläser, und das seit dem 12. Jahrhundert. Diese Tradition verpflichtet natürlich. Die Musiker des Ensembles „percussion-posaune“ aus Leipzig wollen ihr gerecht werden, indem sie zeigen, was man mit Posaunen alles anstellen kann. Auf dem schwarzen Van, der vor der Martinskirche abgestellt war, las man den Namen des Ensembles und darunter die Formel: „Von Bach bis Bernstein“, und damit war die stilistische Bandbreite des Konzerts angedeutet. Die Leipziger hatten auch Geschichten aus ihrer Stadt mitgebracht.
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Cecile Vernys vokale Höhenflüge beim “Sommer am See”

September 11, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Schwereloser Jazz

Böblingen – Am Anfang ist der Rhythmus: Er wirkt unvertraut, stammt wohl aus Afrika: ein dürres Pochen. Die Stimme der Sängerin artikuliert fremde Laute, flüstert zunächst, wächst dann, die Instrumente tragen sie, auf klangvolle, überhaupt nicht aggressive Weise. „Kanakassi“ heißt das Stück. Das merkwürdige Wort ist ein Ausdruck aus Afrika und bedeutet: „Weine nicht!“
Mit diesem Stück eröffnete das Cécile Verny Quartet sein Gastspiel beim Böblinger Sommer am See, vor großem Publikum. Mehr Lesen

Stiftskirche Herrenberg: Der geniale Melodiker Mendelssohn

September 1, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

DER GENIALE MELODIKER MENDELSSOHN

Herrenberg – Der Aufstieg zur Stiftskirche ist immer wieder ein Erlebnis. Es geht durch enge Gassen, über Treppen steil hinauf. Oben schöpft man Atem und genießt den phantastischen Blick übers Gäu. Ein noch größeres Erlebnis als dieser Aufstieg war das fünfte Konzert des diesjährigen Orgelsommers, das einem einzigen Komponisten gewidmet war: . an der Orgel begann mit dem notorischen „Hochzeitsmarsch“, das war kein reißerischer, willkürlicher Beginn, sondern eine bewusst gewählte Eröffnung. Im Anschluss erklangen nämlich noch andere Hochzeitsmusiken, auch von Mendelssohns Schwester Fanny. Der Anfang der dritten Sonate aus opus 65, erzählte Feige, sei bei Heiratenden sehr beliebt. Auch daraus sollte eigentlich eine Hochzeitsmarsch werden. Besonders forsch interpretierte Feige die Fuge. Vor der Majestät der Klangmassen erstarrte man als Hörer fast in Ehrfurcht. Auf der Orgel lässt Mendelssohn einen Chor von Stimmen brausen. Das Werk endet allerdings nicht bombastisch, sondern mit einem schlichten, ruhigen Andante. Vor einigen Wochen hat Christoph Bossert in der Sindelfinger Martinskirche das Format des Orgelkomponisten Mendelssohn und seine Traditionsverbundenheit enthüllt. Daran knüpfte nun an, indem er sehr dicht musizierte. Die häufig gehörte Einschätzung, Mendelssohns Orgelwerke blieben hinter den geistlichen Vokalkompositionen zurück, widerlegte er bündig.
Zwischen den Werken trug Feige Gedanken zu Mendelssohn vor und ließ dessen Leben Revue passieren. Er erinnerte daran, dass Mendelssohn als Jude ab 1933 in Nazideutschland verfemt war. Sein „Hochzeitsmarsch“ wurde allerdings auch noch 1934 und 35 gespielt. Selbst ein deutschnational engstirniger Komponist wie Hans Pfitzner bewunderte den „Sommernachtstraum“, den Geniestreich des 17jährigen.
Dessen Begabung wurde von Anfang an systematisch gefördert, erläuterte Feige: Vater Mendelssohn, ein Bankier, ermöglichte seinen vier Kindern die denkbar beste Ausbildung. Den ersten Klavierunterricht erhielt Felix von der Mutter. Felix war nicht nur ein frühreifer Musiker, sondern auch ein hochbegabter Zeichner, von dem der alte Goethe entzückt war. Der Salon der Familie war der führende Berlins, in dem Geistesgrößen wie Hegel und Heine verkehrten. Hegels Ästhetik-Vorlesungen hörte Felix an der Universität. Aus Leipzig machte Mendelssohn ab 1835 ein Musikzentrum von europäischen Rang. Die Orgelsonaten, die vortrug, entstanden 1844 und wurden ein Jahr später in vier europäischen Metropolen gleichzeitig veröffentlicht! 10 Mal war Mendelssohn in seinem kurzen Leben in England, Zeichen seiner Unrast. „Mendelssohn“, sagte Feige, „war eine Persönlichkeit, die wie eine Kerze an zwei Enden brannte.“ Er rieb sich durch Überaktivität auf und starb mit 38 Jahren.
„Für mich ist Mendelssohn einer der größten Melodiker des 19. Jahrhunderts“, bekannte am Ende seiner Erläuterungen. Überprüfen konnte man das bei den letzten Werken des Abends. „Zwei geistliche Lieder“ op. 112 sang mit heller, natürlicher Stimme, beide Stücke sind einfach und kunstvoll zugleich. In der c-moll-Sonate op. 65 entdeckte man tatsächlich mehrere berührende Melodien. Hinzu kam ein euphorisches Element, Mendelssohn verfällt immer wieder in einen Begeisterungston. Begeistert schien auch zu sein, ob er nun Geschichten erzählte oder Orgel spielte. In Wort und Ton erfuhr man so einiges über Mendelssohn. Und das in einer Stunde!
JAN RENZ

Martinskirche: Grafs Hommage an die Flüchtigkeit

August 29, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

HOMMAGE AN DIE FLÜCHTIGKEIT

Sindelfingen – Bei guten Konzerten erfährt man Neues: Man begegnet Werken, die man noch nicht kannte oder erhält einen überraschenden Blick auf Vertrautes. Beides machte die Qualität des 9. Abends der diesjährigen aus. Das Konzert in der Martinskirche, zu dem sich mehr als 200 Besucher einfanden, hatte einen klaren Schwerpunkt: Es erklangen drei Werke des 1965 geborenen , die in Beziehung gesetzt wurden zu Bach, Vivaldi und Mendelssohn.
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Den Dichter Voelzke sollte man kennen

August 25, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Das Wunder des Gedichtes

Sindelfingen – Man muss den Lyriker nicht kennen, aber man sollte ihn kennen. Das findet , und deshalb hielt er am Anfang des zweiten Abends der Sommerserenaden ein interesseweckendes Plädoyer für den in Sindelfingen lebenden Dichter. Anschließend hörte man Lyrik, die man noch nie gehört hat. Damit bot der zweite Serenadenabend ein Kontrastprogramm zum ersten, bei dem viele Gedicht-Klassiker vorgetragen wurden.
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Helge Burggrabe gestaltet Gottesdienst

August 21, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Gottesdienst in Jerichow

Die Klosterkirche Jerichow in Sachsen-Anhalt ist an der „Straße der Romanik“ gelegen und der älteste Backsteinbau östlich der Elbe, ein ehrwürdiger Ort mit einer besonderen Akustik. Am 23. August findet hier ein Gottesdienst statt, den der aus Aidlingen stammende und in Hamburg lebende Komponist und Flötist Helge Burggrabe entworfen hat und der vom ZDF ab 9.30 Uhr übertragen wird. Mehr Lesen

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