Michael Kuhn: ein vielseitiger Musiker im Porträt

Oktober 28, 2009 by JanRenz 

Von Beethoven bis Rachmaninow

Als Pianist ist weit herum gekommen. Der Schönaicher trat in Nordamerika und Israel auf, in Luxemburg und Belgien, Frankreich und Italien. In Deutschland und der Region sowieso. Dabei macht er es sich nicht leicht: Er ist kein Pianist, der an 100 Orten hundert Mal das gleiche Programm spielt, wie manch namhafter Kollege, satt dessen erarbeitet er ständig neue Werke, von Beethoven bis Rachmaninow. In unseren Breiten ist er vielfältig präsent: als Chorleiter und Konzertveranstalter, Klavierpädagoge und Vorsitzender einer Kulturinitiative. Man kennt ihn als uneitlen Virtuosen, der nicht die eigene Person, sondern Werke in den Vordergrund stellt, die ihm wichtig sind.
Als Kuhn sechs war, lernte er das Akkordeon-Spiel. Das lag nahe, denn sein Vater war Gründer und Leiter des Akkordeon-Vereins Schönaich. verspürte früh ein „Faible für die klassische Musik“, setzte sich von sich aus ans Klavier und brachte sich einiges selbst bei. Mit 9 erhielt er dann regulären Unterricht, spielte gleich Stücke von Schumann, zwei Jahre später nahm er bereits am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil, mit Erfolg. Mit seinem Partner, dem Trompeter , erspielte er sich zwei Mal einen ersten Preis beim Bundeswettbewerb! Auch hat eine bemerkenswerte Karriere gemacht: Letzte Woche wurde er mit einem „Echo Klassik“ ausgezeichnet!
Mit 16 entschied sich für die Pianistenlaufbahn. Die größte Hürde war die Aufnahmeprüfung bei den Musikhochschulen: Auf 3 Studienplätze kommen nicht selten 100 Bewerber. Nach dem Abitur 1984 am Max-Planck-Gymnasium und einem Semester in Berlin kam Kuhn nach Karlsruhe, zu , dem Schüler des legendären und Yvonne Loriods. Reinhold ist von der französischen Klavierschule und ihrer Eleganz geprägt. „Ich habe mit Reinhold Glück gehabt“, sagt Kuhn heute. Lehrer und Schüler verstehen sich so gut, dass sie bis heute gemeinsam auftreten. Das Studium bedeutete harte Arbeit: 8 Stunden am Klavier üben, nicht in der Woche: täglich! In Karlsruhe bildete sich Kuhn zum Perfektionisten aus: Wenn er heute auf die Bühne geht, hat er jede Note im Kopf. „Diese Sicherheit muss man haben“, sagt er. Parallel zu den Klavierauftritten hat sich Kuhn ein neues Tätigkeitsfeld erschlossen: Seit Januar 2007 leitet er den großen . „Es ist eine echte Bereicherung.“ Er hat den Chor verjüngt und ihm neue Impulse gegeben. Mit diesem Vokalensemble tritt er in diesem Jahr zwölfmal auf. ist einer der bekanntesten Musiker der Region.

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