Michael Kuhn: ein vielseitiger Musiker im Porträt

Oktober 28, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Von Beethoven bis Rachmaninow

Als Pianist ist weit herum gekommen. Der Schönaicher trat in Nordamerika und Israel auf, in Luxemburg und Belgien, Frankreich und Italien. In Deutschland und der Region sowieso. Dabei macht er es sich nicht leicht: Er ist kein Pianist, der an 100 Orten hundert Mal das gleiche Programm spielt, wie manch namhafter Kollege, satt dessen erarbeitet er ständig neue Werke, von Beethoven bis Rachmaninow. In unseren Breiten ist er vielfältig präsent: als Chorleiter und Konzertveranstalter, Klavierpädagoge und Vorsitzender einer Kulturinitiative. Man kennt ihn als uneitlen Virtuosen, der nicht die eigene Person, sondern Werke in den Vordergrund stellt, die ihm wichtig sind.
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Kurt Oesterles Roman über die Macht der Bilder

Oktober 21, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Die Macht der Bilder

Weil im Schönbuch – Was für andere die Bücher sind, ist für diesen Bub der Fernseher: Er ist süchtig nach seinen Bildern, er kann ohne sie nicht mehr sein, sie intensivieren sein Leben. Wie der Einzug des Fernsehens das Leben dieses Jungen verändert, schildert in seinem Roman „Der Fernsehgast“, den „ein Meisterstück“ nannte und den Oesterle am Freitag in Weil im Schönbuch vorstellte, vor einem kleinen interessierten Kreis. Er handelt mit der Macht der Worte von der Macht der Bilder, auf gewitzte Weise, die manchmal an erinnert. Amüsant ist bereits der erste Satz: „Meine Eltern glaubten, ich ginge zum Sportplatz.“ Sie irren sich gewaltig, der Sohnemann ist auf dem Weg zu Nachbarn, die einen Fernseher besitzen. Dieser Zauberkasten hat ihn in seiner Gewalt. Mehr Lesen

Der Schriftsteller Kurt Oesterle liest vor

Oktober 21, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Ein fesselnder Vorleser

Ab und zu liest seinem Lehrer vor, der allerdings nichts mehr versteht, weil er unter unheilbarer Demenz leidet. Der greise Gelehrte begreift keine Wörter mehr, wohl aber reagiert er auf Rhythmus und Melodie der Sätze. Von diesen Lesungen Kurt Oesterles erzählt am Ende ihrer gerade erschienen „Unvollständigen Erinnerungen“: „Der Duktus des Vorgelesenen, der Rhythmus der Sprache scheint Assoziationen zu wecken, vor allem dann, wenn nicht ich, sondern sein einstiger Schüler ihm vorliest. Dann hört er häufig intensiv zu.“
Dass Oesterle ein fesselnder Vorleser ist, konnte man auch in Weil im Schönbuch erfahren, wo er am Freitag sehr deutlich und lebendig Szenen aus zweien seiner Romane vortrug. Es war leicht, ihm zu folgen, denn Oesterle hat nicht nur etwas zu erzählen, er kann es auch. Er hätte er noch andere Romane vom Kaliber seines „Fernsehgastes“ vorgelegt, er zählte zu den wichtigen deutschsprachigen Autoren. 1955 in Oberrot geboren, studierte er in Tübingen Germanistik, Philosophie und Geschichte und promovierte bei . Über Uhland und Schiller hat er Essays veröffentlicht, Monographien zu Wolfgang Koeppen und Peter Weiss. Für Marcel Reich-Ranickis „Frankfurter Anthologie“ liefert er gelegentlich Gedichtinterpretationen. Oesterle beschränkt sich aber nicht auf Erzählerisches und Kritisches. Seine Dokumentation „Stammheim. Die Geschichte des Vollzugsbeamten Horst Bubeck“ sorgte vor einigen Jahren für Aufsehen.
Oesterles Stärke ist das Erzählen. In Weil im Schönbuch stellte der Autor zwei Helden vor, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Der eine lebt in einem abgelegenen Dorf und ist süchtig nach den Bildern des Fernsehers (”Der Fernsehgast”), der andere denkt sehnsüchtig an Dresden, das ihm nicht mehr zugänglich ist, weil er aus der DDR geflohen ist. Was der eine im Überfluss besitzt, vermisst der andere schmerzlich: Heimat. Dieses Motiv verbindet beide Romane, der zweite ist noch gar nicht erschienen. Auf Heimat versteht sich der Autor, sie will er durchsichtig machen. Im Roman “Der Fernsehgast” vermisst er sie eindrucksvoll. In Weil plauderte Oesterle über seine Ursprünge: Er kommt nicht nur aus der Provinz, sondern auch vom Journalismus her. Seine Geschichten sollen verständlich sein.
Dass sie außerdem auch amüsant sind, zeigten die Reaktionen der rund 40 Zuhörer im Bürgersaal. Es wurde viel geschmunzelt. Am Ende der Veranstaltung wurde Oesterle mit Fragen überschüttet, und bei den ausführlichen Antworten verfiel der Schriftsteller, der zuvor in makellosem Hochdeutsch gelesen hatte, in ein breites Schwäbisch. Natürlich wollten viele Besucher wissen, wie autobiographisch die vorgestellten Romane sind. Dabei liegt die Antwort auf der Hand: So genau kann man diese kleinen Welten nur beschreiben, wenn man sie gut kennt, wenn man sie erlebt hat.

Das Jazz-Forum Aidlingen feiert mit der Big Band 15 Jahre

Oktober 20, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Aufbruch und Abenteuer

Aidlingen – Am Ende mancher Jazz-Nacht im Gewölbekeller von Schloss Deufringen werden die Protagonisten gefeiert, diesmal feierte das Jazz-Forum Aidlingen (sich) selbst, und dazu hatte es auch Grund: Der Club existiert seit 15 Jahren, die eigene Big Band seit 10 Jahren. Zusammen ergebe das 25 Jahre, scherzte Georg Schütz vom Jazz- Forum, und das sei doch ein Anlass zu feiern. An verbalen Pointen war kein Mangel, weihevolle Reden wurden nicht gehalten. Georg Schütz fasste sich kurz: „Wir haben in der Region Maßstäbe gesetzt“, sagte er und verwies stellvertretend auf die Kinderkonzerte. Hier spielt man tatsächlich eine Vorreiterrolle.
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