Simon Standage und Haydns “Sturm und Drang”-Sinfonien

Juli 25, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Diese Musik stürmt

Der Londoner Geigenprofessor ist regelmäßig in Altdorf zu Gast, als Dozent und als Kammermusiker. Sein immenses Wissen als Barockgeiger gibt er an jüngere Musiker weiter, und dann und wann veranstaltet er mit Mitgliedern der Akademie für Alte Musik in der Altdorfer Festhalle ein Konzert. In diesem Jahr verbeugte sich Standage dort vor dem Jubilar Haydn, was kein Zufall war: Zu Haydn hat der Professor an der Royal Academy of Music ein besonderes Verhältnis: Mehr Lesen

“Dornröschen”-CD: Vinocour lässt die Finger tanzen

Juli 25, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Ein Virtuose mit Stil

Anfang 2008 wagte er beim Finale des Pianistenfestivals in Böblingen einiges, und auch auf seiner neusten CD präsentiert sich als furchtloser Virtuose. 1979 Petersburg geboren, debütiert er 13-jährig mit den Leningrader Philharmonikern. Er war Schüler des legendären Moskauer Klavierprofessors , der in den 90er Jahren gelegentlich zu Gast in Böblingen war. Vor zehn Jahren, Anfang 1999, spendete die „Süddeutsche Zeitung“ ein Lob, das kaum zu übertreffen ist: „Man fühlt sich an die rhythmische Impulskraft des jungen Gulda und an Argerich-Finessen erinnert.“ Diese Eloge katapultiert Vinocour fast in den Klavierolymp. Einen Ruf wie Argerich oder Gulda genießt er gegenwärtig freilich nicht.
Sein letzter Auftritt in Böblingen geriet zu einem ausufernden Abend, denn der Pianist führte ausführlich in sein Programm ein, in deutscher Sprache, der Russe lebt seit 1996 in der Bundesrepublik, im Württemberg-Saal der Kongresshalle konnte man es erfahren: Sein geistiger Horizont ist enorm.
Groß ist auch sein Repertoire. Wenn er Schumanns Etüden spielt (drei CD bei telos music records), erlebt man unverwechselbare Kunst, was heute selten ist. Dass er ein pianistischer Teufelskerl ist, bewies er schon vor zehn Jahren mit einer CD, die Klaviertranskriptionen Johann Strauß (bei Arte Nova) enthielt, auf die Dauer war das etwas viel gefällige Salonmusik. Auf seine respektgebietende Schumann-Box und die neue CD trifft das überhaupt nicht zu.
Letztere enthält funkensprühende Pianistik. Tschaikowskys Klavierwerke sind von ganz unterschiedlicher Qualität. Die Bearbeitungen des Balletts „Dornröschen“ stammen nicht von ihm, sind aber reizvoll. Vinocour lässt die Finger tanzen. In seinem Spiel verbinden sich technische Brillanz und Musikalität auf bezwingende Weise. Er ist ein Virtuose mit Stil.
Tschaikowsky/Pletnev: Konzertsuite aus Dornröschen. Tschaikowsky/Kirchner: Stücke aus Dornröschen. , Klavier. RCA/Sony.

Eine Schülerin vertont “Der Zauberer von Oz”

Juli 22, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Ein Musical für junge Menschen

Böblingen – ist 13 und hat ein Musical komponiert. Der Titel ist so bekannt wie viel versprechend: „Der Zauberer von Oz“. Ob Paulina auch gezaubert hat?
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Musik aus den Anfängen der Martinskirche

Juli 20, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

„Du aber sie ohne Angst!”

Sindelfingen – Vor der Martinskirche stehen zwei weiße Wagen des Südwestrundfunks. Drinnen sind Mikrophone installiert, auf dem Shirt eines Mitarbeiter steht „SWR Team“, auf einer Kamera liest man die Aufschrift: „Das Erste“. Mit modernster Technik wird älteste Musik aufgenommen: Im Zentrum des Konzerts „Du aber sei ohne Angst“ mit dem Ensemble Cosmedin standen Gesänge der (1098-1179). Der Abend dauerte so lange wie die Konzerte der Orgelreihe (etwa 75 Minuten), war aber nicht annähernd so gut besucht.
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In Aidlingen macht Jazz Schule

Juli 17, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Jazz macht Schule

Aidlingen – „Herzlich Willkommen“ steht über dem Portal des Deufringer Schlosses, wenn dort gejazzt wird. Eine angenehme Atmosphäre ist dem Aidlinger Jazz-Forum wichtig. Vor 15 Jahren wurde es gegründet, von 13 Jazzfans. Heute hat die Einrichtung 300 Mitglieder. Das ist eine vorläufige Marke, denn stetig kommen neue hinzu. Wer sich etwa während eines Jazzabends zum Beitritt entschließt, erhält eine CD der Band dieses Abends. Die Mitgliederzahl ist erstaunlich und übertrifft die vieler Jazzclubs in großen Städten.
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Böblinger Kantorei: Wagnis mit “König David”

Juli 14, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Eine schillernde Figur

Böblingen – Als junger Mann fällte er mit der Steinschleuder einen Riesen. König Sauls depressive Stimmungen hellte er mit seinem Harfenspiel auf. Auch sonst war er den Künsten zugetan: Er dichtete und sang, spielte und tanzte. Gleichzeitig war er ein Krieger, den die Feinde fürchten. Er begann als Lichtgestalt, war aber eine schillernde Figur, die immer wieder schuldig wurde und den Zorn Gottes heraufbeschwor: Die Rede ist von . Arthur Honegger hat die geraffte Geschichte dieser biblischen Figur in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts vertont und sich dabei vieler Stile bedient: Mal hört man Strawinsky oder Weill, dann die Farbigkeit von Verismo-Opern und am Ende sogar Richard Wagner. Dieses anspruchsvolle, vielgestaltige Werk präsentierten jetzt die Böblinger Kantorei, der Chor des Albert-Einstein-Gymnasiums und der Concentus Böblingen unter Leitung von in St. Maria. Mehr Lesen

Florian Uhlig und Beethoven: Meister der Variation

Juli 13, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Meister der Variation

Beethoven ist ein Meister der Variation, etwa in den späten Klaviersonaten: Aus wenigem macht er viel. Er hat auch leichtgewichtigere Variationszyklen geschrieben, einige von ihnen verwandelt der Pianist Florian Uhlig auf seiner neuen CD in Kunst. Auch er macht aus Wenigem viel. Vielleicht ist er als Pianist eine Art König Midas: Was er anfasst, wird zu Gold. Auf jeden Fall sollte, wer diese CD in den Player schiebt, auf Überraschungen gefasst sein.
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Orgelreihe: Alles läuft auf Mendelssohn zu

Juli 13, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Höhepunkt Mendelssohn

Sindelfingen – Dieses Konzert hatte eine bemerkenswerte Dramaturgie: Das Programm begann im Frühbarock und lief auf einen Komponisten zu, der zur Zeit viel beachtet wird und der noch stärker beachtet werden sollte: Felix Mendelssohn Bartholdy. Prof. beschäftigte sich beim sechsten Konzert der diesjährigen Orgelreihe mit dessen „Vätern“.
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King´s Singers: Noble Stimmen schweben durch die Stiftskirche

Juli 10, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Noble Stimmen in der

Herrenberg Es war ein bisschen wie in Bayreuth: Vor dem Portal der standen Menschen, die händeringend nach Karten suchten, sie vertrauten auf ihr Glück: Das Konzert der war seit Wochen ausverkauft, 500 Karten hatten schnellen Absatz gefunden. Auch in der Herrenberger gesungen: aber nicht Wagner, sondern Lieder aus fast allen Epochen der Musikgeschichte. Anlass für das Konzert war der 10. Geburtstag des Festivals Sommerfarben.
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“Renninger Xylophoniker” erzielen Bundespreis

Juli 10, 2009 von JanRenz · Ihr Kommentar dazu 

Mit großem Spaß zum Bundespreis

Renningen/Essen – Auf ihren roten Shirts steht in großen Buchstaben: „“. Für jeden ist damit klar: Sie sind Schlagzeuger. Die zwei Wörter können sie mit geschwellter Brust tragen, denn vor fünf Wochen haben sie ihren größten Erfolg errungen: Beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Essen erspielte sich das Schlagzeug-Quintett aus Renningen als eines von 17 Ensembles in ihrer Altersgruppe einen ersten Preis. Die Fünf das sind: Nathalie Kottucz, Robin Schöneck, Jonas Stephan, Frieder Vogler und Tobias Kuhlmann.
Einander kennen gelernt haben sich die jungen Leute im Oktober 2008 an der Renninger Musikschule. Allesamt sind sie erfahrene Schlagzeuger: Die 13jährige Nathalie hat seit sechs Jahren Unterricht, Robin (13 Jahre alt) und Tobias (14) sogar seit sieben Jahren. Was sie verbindet, ist der gemeinsame Lehrer: . Der hat auch den Kontakt zwischen ihnen hergestellt. Sein Verfahren ein Jahr vor dem Regionalwettbewerb war das übliche: „Man geht die Klasse durch und überlegt, wer könnte zusammenpassen.“ Natürlich müssen die jungen Musiker auch wollen, ebenso die Eltern: Eine Teilnahme bei „Jugend musiziert“ bedeutet großen persönlichen Einsatz, an Zeit und an Energie. Die Eltern müssen die Jugendlichen zu den zahlreichen Probeterminen fahren, auch in den Weihnachtsferien wird an den Stücken gefeilt, während der Schulzeit sowieso. Das Programm der Fünf musste 20 Minuten dauern, es setzte sich aus Barock, Jazz und Filmmusik zusammen. „Stilistische Vielfalt“ ist bei der Schlagzeugwertung gefordert, so Volz. Die Marimba-Stücke mussten auswendig gespielt werden. Am besten gefallen hat den jungen Musikern das Doppelkonzert d-moll von Bach, in einer Fassung für fünf Schlagzeuge, die hergestellt hatte. Die gelungene Wiedergabe dieses Stücks sei auch einer der Gründe gewesen, warum den Renningern ein erster Preis zugesprochen wurde. Frieder mag das Stück: „Es ist nicht so laut, man muss mit unterschiedlicher Dynamik spielen.“
Aufregend war zunächst der allererste Auftritt: „Im Regionalwettbewerb waren wir übel nervös“, erinnert sich Jonas, „als die Jury kam, war die Aufregung weg.“ Besonders anspruchsvoll war der Landeswettbewerb: Insgesamt gingen bei „Jugend musiziert“ 1101 Schlagzeuger aus ganz Deutschland an den Start, 424 davon kamen aus Baden-Württemberg.
Der Auftritt in Essen war ebenfalls kein Spaziergang. Etwas angespannt fühlte sich auch der Lehrer und Betreuer, der alles von Außen verfolgte und nicht eingreifen konnte: „Der Lehrer kennt jede mögliche Problemstelle, da bleibt man nicht locker“, sagt . Am Ende erhielten die Musiker 24 von möglichen 25 Punkten.
Diese Höchstleistung ist nur durch Talent und Fleiß erreichbar. „Ich übe öfter in der Woche“, sagt Nathalie, fügt aber hinzu: nicht jeden Tag. Ihr hat der Landeswettbewerb am besten gefallen.
Nathalie kam in der musikalischen Früherziehung mit Orffschen Instrumenten in Kontakt und wollte anschließend unbedingt Schlagzeug lernen. Tobias hat sich für das Instrument entschieden, „weil es laut ist“, Robin, „weil es rockt“. Tobias erhielt bei die musikalische Grundausbildung. Als verschiedene Instrumente vorgestellt wurden, gefiel ihm das Marimbaphon am besten. Jonas Stephan ist in einem musikalischen Umfeld aufgewachsen, sein Vater ist ein exzellenter Trompeter, unterrichtet Musik am Albert-Einstein-Gymnasium in Böblingen und leitet die Big Band der Schule.
Das Schlagzeug ist wichtig, aber nicht alles: In ihrer Freizeit sitzen Nathalie und Robin gern am PC, Frieder spielt Tischtennis, Jonas Fußball, Tobias ist ein Sportkletterer. Mit zum Team gehört eigentlich auch , dessen „außergewöhnliches Engagement“ die Eltern der Preisträger hervorheben. Volz ist selbst ein Könner am Schlagzeug, gibt Konzerte, hat CDs produziert und leitet den Fachbereich Schlagzeug an der Jugendmusikschule Renningen. Seine Erfahrung gibt er weiter: „Beim Bundeswettbewerb geht es um musikalische Höchstleistungen, die muss man kennen.“ kennt sie, weil er an verschiedenen großen Wettbewerben teilgenommen hat: bei „Jugend musiziert“, dem Deutschen Musikwettbewerb und dem Internationalen ARD-Wettbewerb.
Das Schlagzeug-Quintett aus Renningen ist nicht erst seit dem großen Erfolg gefragt, man bestreitet etwa 12 Auftritte im Jahr, darunter waren auch schon einige in Stuttgart, München, Wiesbaden und den Niederlanden. Der nächste Termin klingt kurios: Man musiziert beim Internationalen Pflanzenzüchter-Kongress an der Uni Hohenheim, die Forscher kommen aus der ganzen Welt.
Ein Blick in die Zukunft: Eine Wertung bei „Jugend musiziert“ für Schlagzeug-Ensemble findet erst wieder in drei Jahren statt. Nächstes Jahr sind Solisten an der Reihe. Zum Mitmachen drängt Volz niemanden. „Ich forciere das überhaupt nicht“, sagt er. Wer bei „Jugend musiziert“ teilnimmt, soll das auch gern machen. Wie die Fünf aus Renningen, über die Volz sagt: „Die hatten wirklich Spaß, und das ist nicht normal bei einem Wettbewerb.“

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